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Der Song über den Abhörskandal.

Nordseewellen (Wo der Große Bruder uns belauscht)

Plattdeutsche Version:
Noordseewellen (Waar Big Brother uns beluurt)


Erhältlich bei Amazon und itunes.

Hochdeutsch

Nordseewellen (Wo der Große Bruder uns belauscht)

Zur plattdeutschen Version

Wo die Nordseewellen ziehen an den Strand.
Wo die Datenströme fließen weit ins Land.
Wo die Möwen schreien, schrill im Sturmgebraus.
Wo der Große Bruder mithört, uns belauscht.

Unterm Deich hindurch da strömen Bits und Bytes.
Bis Amerika und England geht die Reis’.
Ganz bis nach New Jersey und sofort retour.
Quakst Du in Dein Smartphone, ist man dort ganz Ohr.

Lebst du digital, dann kenn’ se Dich komplett.
Ob beim Surfen, mailen oder auch im Chat:
abhörn und belauschen, Datenschutz adé!
Wird schon keiner merken, tut ja auch nicht weh.

Plattdeutsch

Noordseewellen (Waar Big Brother uns beluurt)

Zur hochdeutschen Version

Waar de Noordseewellen trecken an de Strand.
Waar de Datenkabels liggen deep in d' Sand.
Waar Big Brother mithört, waar he uns beluurt.
Daar is miene Heimat, daar bün ik tohuus.

Dör Ostfreesland susen dusende van Bytes.
Na Amerika un England geiht de Reis.
Heel bit na New Jersey un denn gliek weer um.
Bölkst du in dien Smart Phone, hest du Publikum.

Leevst du digital, denn hemmen se di kumplett.
Of dat Telefon is, E-Mail of in d' Chat.
Nix as spioneren, dat is hör Pläseer.
Mach ja woll keen marken, deit ja ok neet seer.

Der Abhörskandal

Nordseewellen (Wo der Große Bruder uns belauscht)
Hilgenrieder Siel nahe der ostfriesischen Stadt Norden ist eine der “Seekabelendstellen”, von der aus Europa mittels des Transatlantischen Telefonkabels Nr. 14 (TAT-14) mit Nordamerika verbunden ist. In Norden werden die Kabelsysteme aufgenommen und nach Hamburg weitergeleitet, wo sich Hauptknoten befinden. Die Seekabelendstelle der Deutschen Telekom, das “Competence Center Submarine Cables (CCSC)”, befindet sich in einem Gebäude in der Stadt Norden. Die Behörde ist streng gesichert. US-Geheimdienste haben die Stadt und vor allem das Seekabelzentrum als potenzielles Anschlagsziel für Terroristen eingestuft.

Die Risiken eines "digital lifestyle"
Wer “digital” lebt läuft Gefahr, total überwacht zu werden. Seit den Enthüllungen des ehemaligen Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden dürfte jedem klar geworden sein, dass es eine Privatsphäre im internationalen Datenverkehr nicht gibt. Nicht nur ausländische Geheimdienste wie der amerikanische NSA oder der britische GCHQ nutzen alle technischen Möglichkeiten, um den Datenverkehr eines jeden einzelnen von uns zu überwachen und zur späteren Verwendung abzuspeichern. Zunehmend wird klar, dass auch die nationalen Geheimdienste wie z. B. der BND in Deutschland willfährige Helfer und dankbare Nutznießer bei der beispiellosen Abhörwut und dem großflächigen Datensammelwahn der Amerikaner und Briten sind. Selbst große Medienunternehmen wie Google, Apple, Facebook usw. machen mehr oder weniger freiwillig mit, den Geheimdiensten den Zugang zu den Daten ihrer Nutzer zu erleichtern.

Datenschutz
Die nationalen Regierungen taten bisher so, als wüssten sie von alldem nichts oder haben das Ausmaß der flächendeckenden Ausspähung heruntergespielt. Erst nachdem bekannt geworden ist, daß auch führende europäische Politiker (wie zumbeispiel die deutsche Bundeskanzlerin) systematisch von ausländischen Geheimdiensten ausgespäht wurden, ist es nun zu einem nicht mehr zu ignorierendem Thema der Politik geworden. Allerdings muß bezweifelt werden, ob neue Datenschutzstandards auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene tatsächlich die Kommunikation im Internet abhörsicher machen können. Die derzeitigen und zukünftigen technischen Möglichkeiten sind wahrscheinlich ebenso unkontrollierbar wie ein ausländischer Geheimdienst wie zumbeispiel der amerikanisches NSA mit seinen 800 000 Mitarbeitern.

Das “globale Dorf”
Dem Internet- und Mobilfunknutzer, der sich bisher in einem vielleicht gemütlichen Dorf wähnte (“Die Welt ist ein Dorf.”) dämmert es, dass die vermeintliche Freiheit des Datenverkehrs ausgenutzt wird, um tiefe Einblicke in sein Allerprivatestes zu bekommen und damit unmittelbar Einfluss auf sein Alltagsleben ausgeübt werden kann. Wer sich bis jetzt nicht so recht vorstellen konnte, was die Existenz einer Stasi für den Einzelnen bedeuten konnte, muss zur Kenntnis nehmen, dass die technischen Möglichkeiten der heutigen Geheimdienste die der Stasi bei weitem übersteigen.

Was kann der Einzelne tun?

1. Vorsichtig sein
Alles, was wir im Internet- und Mobilfunkverkehr preisgeben, wird - quasi von Amts wegen - registriert und möglicherweise auch für längere Zeit gespeichert. Vertrauliche Daten sollte man auf diesen Kanälen besser nicht kommunizieren.

2. Verschlüsseln
Man sollte es den heimlichen Beobachtern so schwer wie möglich machen und sich Verschlüsselungstechnolgien bedienen. Eine gute Zusammenfassung der derzeit technischen Möglichkeit zur Verschlüsselung sind in folgendem Artikel der ZEIT-online zusammengefasst:
http://tinyurl.com/nn4tlfh

3. Politisch aktiv werden
Ein bundesweite Anlaufstelle ist das Aktionsbündnis “Freiheit statt Angst”:
http://tinyurl.com/ngma9rp
Im Bereich Weser-Ems (Oldenburg, Ostfriesland) wendet man sich an
http://tinyurl.com/ov4le7v

November 2013

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